Artenschutzprogramm der Evangelischen Landeskirche - Pflanzaktion einer Elsbeere



„Und wenn Morgen die Welt unterginge…

… würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“, soll Martin Luther gesagt haben. Wir haben eine Elsbeere gepflanzt, die mindestens 80 Jahre stehen und auch noch unsere Kinder und Enkel erfreuen soll!
Warum diese Pflanzaktion? Im Rahmen ihrer Artenschutzaktion hat die Evangelische Landeskirche die Patenschaft für drei besonders auf unsere Hilfe angewiesene Tier- und Pflanzenarten aus dem 111-Arten-Korb des Landes Baden-Württemberg übernommen. Unsere Gesamtkirchengemeinde beteiligt sich als eine von 111 Gemeinden an diesem Projekt. Am 27. März haben wir zusammen mit der NABU-Ortsgruppe im Gemeindehausgarten eine Elsbeere gepflanzt. Die 25 Mitglieder von Naturschutzbund, Kirchengemeinderat und Leitungskreis der Evangelischen Jugend, die bei der Pflanzaktion dabei waren, mussten allerdings feststellen, dass das Stämmchen noch nicht einmal einen Meter groß ist. Die beiden Vorsitzenden von NABU und Gesamtkirchengemeinde, Wolfgang Bogusch und Jürgen Schempp, setzten es deshalb mit äußerster Vorsicht zwischen Gemeindehaus und Pfarrhaus in die Erde. Später soll er einmal bei Gemeindefesten Schatten werfen.
„Wir wollen damit aber auch einen kleinen Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung und ein Zeichen für die Nachhaltigkeit setzen“, begründete Pfarrer Rüdiger Jeno den Beschluss des Kirchengemeinderats, eine von 100 Elsbeeren innerhalb der Landeskirche zu pflanzen. Nähere Informationen zur Elsbeere finden Sie im Johannes-Gemeindehaus oder hier.
Die Pflanzaktion war zugleich Auftakt zum 100-jährigen Gemeindehausjubiläum, das zusammen mit den Jubiläen „10 Jahre neues Johannes-Gemeindehaus“ und „10 Jahre Gesamtkirchengemeinde“ beim Gemeindefest am 26. und 27. Juni dieses Jahrs gefeiert werden soll.



Planzaktion Elsbeere im Garten des Johannes-Gemeindehauses am 27. März 2010
Planzaktion Elsbeere im Garten des Johannes-Gemeindehauses am 27. März 2010

Planzaktion Elsbeere im Garten des Johannes-Gemeindehauses am 27. März 2010



Näheres zur Elsbeere:
 
Als erster hat Martin Luther den Namen Elsbeere überliefert. Er schrieb 1526 an seinen Freund Johannes Agricola in Eisleben, er möge doch bitte Elsbeeren für seine Frau schicken. Er kannte also die Heilwirkung dieser Pflanze, woran der lateinische Name sorbus torminalis erinnert: Die gerbstoffhaltigen Früchte waren ein bekanntes Mittel gegen die Ruhr.
Die Elsbeere ist ein schöner, ungiftiger, wärmeliebender mehrstämmiger Großstrauch oder sehr langsam wachsender Baum, der wie der Apfel zu den Kernobstgewächsen gehört. Im Frühjahr erfreut die Elsbeere mit vielen weißen Dolden-Blüten, eine wunderbare Bienenweide. Im Herbst reifen die kleinen aromatischen apfelförmigen Beeren, die auch gerne von Vögeln und Nagern gefressen werden. Allerdings ist die erste Ernte erst nach ca. 15 Jahren zu erwarten. Die vollreifen säuerlich-süßen Früchte ergeben einen feinen, sehr teuren Schnaps (Alisier), sind sehr reich an Vitamin C und auch für Marmelade und Kompott geeignet. Die Blätter des Baumes, der bis zu 25 Meter hoch werden kann, färben sich im Herbst wunderschön orange bis rot, er hat also auch einen hohen Zierwert. Das Holz ist sehr wertvoll, es wurde früher gerne für Mess- und Musikinstrumente verwendet.
 

 
Weitere Links zum Thema:
 
Artenschutzaktion
http://www.umwelt.elk-wue.de/cms/startseite/umweltthemen/natur-und-artenschutz/artenschutzaktion/
 
111-Arten-Korb
http://www.naturschutz.landbw.de/servlet/PB/menu/1242679_l1/index.htm
 



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